theory

adorno now and jetzt

der gute

und wie das manchmal so mit den reflexionen vor und durch den spiegel ist, soll die disko-reihe adorno – now and jetzt trotz der zweimonatigen pause/ruhe/abstand/what_ever durchgeführt werden.

zeitlich verschiebt sich jetzt natürlich einiges – der anspruch bleibt natürlich erhalten.

und so geht es am 15. mai mit der dialektik der aufklärung. philosophische fragmente los.

also, noch sechs tage zeit, um das wissen um adorno und das werk aufzufrischen, um dann die tasten zu hauen – disko die erste.

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der wahnsinn

ich in der mühleeinmal verachtet steht die seele nicht mehr auf. du wirst sie immer nur noch betäuben wollen, damit du die schwere nicht zu ertragen brauchst, in der sie eingebettet liegt.

nach tagelangem nichts-denken erinnert sie dich an sich, denn die gedanken speisen sie, deine seele ernährt sich von gedanken, erfahrungen, ahnungen und empfindungen.

nach tagelangem nichts-denken knurrt sie und zieht sich langsam zusammen.

du willst sie betäuben mit giften, du läßt gifte durch sie gleiten, dass sie geschwächt und müde wird. ohne zu wissen, sammelt sich alles gift, jedes betäubungsmittel in ihr – du spürst bald schon, wie die seele drückt und schmerzt, du willst sie entleeren – aber wodurch?

deine seele ist alles in dir, nur hat sie keinen ausgang.

klima – ó le – ó le

P4der klimawandel oder das, was dazu gemacht wird bestimmt seit monaten die diskussion in den zeitschriften und magazinen dieser erde. in greifswald zum beispiel gingen am 02. februar knapp 300 menschen auf die straße, um gegen die errichtung eines kohlekraftwerkes in dem nahe gelegenden lubmin zu demonstrieren bzw. bei karibischen temperaturen zu flanieren.

überall gründen sich gruppen, die sich dem klimawandel entgegen stellen und sich für eine starke umweltbewegung starkmachen wollen. berlin verteilt co2-plaketten, die die einfahrt für bestimmte dreckschleudern verhindern soll. regenerative energiequellen bieten schon länger die möglichkeit das schlechte gewissen zu beruhigen.

# but what´s going wrong?

doch irgendetwas läuft hier falsch. die industrielle revolution veränderte europa und die welt nachhaltig. kohle und stahl waren bis in die 1970er der wirtschaftsfaktor nummer eins und wurden von der hochtechnologie abgelöst. europa und später dazukommend die usa und china produzieren und produzieren, was es auch nur herzustellen ging. alles unter dem diktat des ewigen fortschrittes und dem dazu gehörenden wohlstand bzw. wohlstandsglauben. „die moderne“ koppelte sich an den entstehenden fortschrittsglauben und setzte diesen als mythos ein, durch den sie sich dann selbst wieder legitimierte. der gedanke an die natur bzw. an die umwelt wurden zweitrangig, da dieser dem fortschritt der moderne den weg versperrte. dafür trat jedoch die entwurzelung bzw. entfremdung des menschen ein – die arbeitsteilung war durch die neolithische revolution eingeführt und durch den rousseauschen gesellschaftsvertrag zementiert worden. die gesellschaft ersetzte das gefühlte – die „einheit“ mit der natur. was blieb war das heilsversprechen des wohlstandes, gepaart an den mythos des fortschrittes und der moderne. verloren und verlassen stand sie da, die natur/umwelt.

# to point out, …

die frage danach, warum gerade jetzt die umweltthematik eine ganz zentrale ist, kann vielleicht damit beantwortet werden, dass die natur „zurückschlägt“ bzw. die jahrhundertalten auswirkungen des fortschrittes nun ihre krallen zeigen. eine gesellschaft, die sich über sich selbst erhebt (und nach kant aus der selbstverschuldeten unmündigkeit führt) wird sich an der fähigkeit messen lassen müssen, ob und wie es möglich ist, die entfremdungsprozesse umzukehren und den mythos des fortschritts kritisch zu hinterfragen.

co2-handel und vorschnelle gesetze werden die diskrepanz zwischen realität und vision (umkehr des klimawandels) nicht verringern. was helfen könnte, wäre ein diskurs über den fetischismus der dinge und eine kritische analyse der gesellschaft mit all ihren entfremdungsprozessen. die aufklärung der aufklärung könnte und kann der schlüssel dafür sein.

# song

folgendes liedchen von bernadette la hengst – der grüne halsbandsittich paßt, wie die kohle im ofen, zu der thematik:

adorno now and jetzt

das halbverstandene und halberfahrene ist nicht die vorstufe der bildung, sondern ihr todfeind.

theodor w. adorno

in diesem sinne wollen wir eine adorno-lese-bewegung ausrufen. ziel ist es, sich intensiv und mit einer gewissen ernsthaftigkeit den texten von adorno zu nähern und kritisch zu hinterfragen. dabei soll die diskussion der texte und natürlich der spaß im mittelpunkt stehen.

::weiterlesen:: unter theory

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Nun aber zur Kritik an der Kundgebung in Greifswald, auf der das Flugblatt verteilt wurde, das bei der cyborgantifa dokumentiert worden ist.

Es gibt zur Unterscheidung von Israelkritik und Antisemitismus ein plausibles Instrumentarium: Delegitimierung, Dämonisierung, Doppelmoral. Wird also der israelischen Gesellschaft ihr Existenzrecht abgesprochen, wird sie als evil dargestellt und werden an sie Maßstäbe angelegt, an denen man nur sie, aber nicht andere Akteure misst, ist das eine ressentimentgeladene, antisemitische Kritik. Auf die Kundgebung in Greifswald trifft all das genau zu.

Doppelmoral: Israels gewalttätige Maßnahmen werden kritisiert, ohne ihren Grund, nämlich die palästinensischen Angriffe, zu nennen. Es soll sich also friedlich benehmen, ohne dass seine Gegner das auch sollen.

Dämonisierung: Behauptungen, Israel würde eine „Hölle auf Erden“ schaffen, es würde „gewolltes Sterben“ organisieren und seit 60 Jahren Verbrechen begehen, mögen polemisch gemeint sein. In ihrer einseitigen Ausrichtung jedoch vermitteln sie das Bild eines Unrechtsstaates, der durch seine Existenz alleine schon Leid schafft – eine böses Gebilde eben, das „Amok“ läuft.

Delegitimierung: Die Aussage, dass Israel seit 60 Jahren, also seit seiner Gründung, Verbrechen begeht, impliziert im Verbund mit der Benennung Israels als Besatzungsmacht und der Aussage, dass die/der Grenzmauer/-zaun als Ganzes (!) palästinensisches Gebiet trennt, dass Israel auf palästinensischem Boden errichtet ist, der den Arabern zurückgegeben werden müßte. Der jüdische Staat sei somit quasi illegal, sei unrechtmäßig errichtet und damit dürfe man sich nicht abfinden. Das Rückkehrrecht für alle palästinensischen „Flüchtlinge“ ist damit nur konsequent, meint es doch das demographische Ende der Existenz Israels.

(from automat aus dem links-lang-forum)

rubrik: sachen die erschüttern

im folgenden möchten wir einen demo-aufruf aus greifswald dokumentieren:

unicef und studis aus der uni- und hansestadt – die bekanntlich in einer antisemitischen und volksdumpfen tradition steht – laden zu einem „marsch“ für den glauben an die menschenrechte ein. objekt bzw. ort des versuches die menschenrechte zu celebrieren ist palästina. in dem religiös aufgeladen aufruf, werden 1,8 milionen menschen von der außenwelt abgeschnitten und müssen fortan ohne nahrung und medikamente leben.

# was fehlt?

in dem aufruf bzw. flyer ist kein wort zu finden, warum israel die grenzen zum gaza-streifen – einem von der muslim-faschistischen hamas regierten gebiet – geschlossen hat – 162 raketen schlugen in wenigen tagen in israel ein. abschußort: gaza-streifen. keine erwähnung findet außerdem in dem aufruf der fakt, dass der staat israel wenige tage nach der grenzschließung erste hilfsgüter und treibstoff (700.000 liter) in den gaza-streifen transportiert hat.

# was nun?
die sogenannte realpolitik hat im gaza-streifen versagt. humanitäre hilfe ist dennoch dringend notwendig – krankenhäuser und lebensnotwendige infrastruktur müssen funktionieren, um nicht den djihadisten und lokalen warlords in die hände zu spielen. es stellt sich hier nun die frage, warum israel mit der hamas – einer militanten antisemitischen organisation, die das existenzrecht israels ablehnt – zusammenarbeiten und diese unterstützen sollte? getreu dem motto: steht der mörder vor der tür, schenke ich diesem noch ein messer. nein, das „richtige“ stichwort müßte lauten: good governance und nicht etwa völkischer befreiungsnationalismus einer hamas oder antisemitische verschwörungstheorien wie die der npd.

# was bleibt?
bleibt zu hoffen, dass die demonstrant_innen ihre moralkeule wieder einpacken und gegen argumente eintauschen werden. denn an die menschenrechte gilt es nicht nur zu glauben, sondern sich für diese stark zu machen.

in diesem sinne: „gegen jeden antisemitismus“.

theory – no. I

unter theory ist nun die selbstdarstellung – sprich der erste versuch – der „cyborgantifa mv“ zu finden.




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