presseschau – „löcknitz bleibt rechts“

heute in der taz gefunden:

Antipolnische Ressentiments in Vorpommern
Bis es knallt


Weil die Mieten in Löcknitz billig sind, ziehen immer mehr Polen in das Grenzdorf. Sie bringen Geld und Jobs. Doch die NPD macht Stimmung gegen die Zuzügler. VON SIMONE SCHMOLLACK

LÖCKNITZ taz Der Stein des Anstoßes in Löcknitz steht direkt an der Hauptstraße. Ein frisch saniertes, weißes Haus mit vier Etagen. Abends, wenn die Lichter angehen, kann man durch die Fenster rote Wände und plüschiges Mobiliar sehen. „Das ist doch ein Puff“, munkeln die Leute. „Das ist unser Vorzeigeobjekt“, sagt Lothar Meistring. „Unsere ,Villa‘.“

Lothar Meistring, 60, ist Bürgermeister von Löcknitz. Die 3.000-Einwohner-Gemeinde liegt in Vorpommern, direkt an der Grenze zu Polen. Nicht mal zwanzig Kilometer sind es bis nach Stettin. Seit 2004 die Grenze geöffnet wurde, streben immer mehr Polen rüber zu den deutschen Nachbarn. Sie eröffnen Kosmetikstudios und Friseursalons, sie gründen Werkstätten und Geschäfte, sie arbeiten als Ärzte im nahen Pasewalker Krankenhaus. Oder sie verwandeln eine Ruine in ein Hotel, das sich von den anderen Häusern in Löcknitz derart abhebt, dass der Bürgermeister es als Villa bezeichnet.





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