klima – ó le – ó le

P4der klimawandel oder das, was dazu gemacht wird bestimmt seit monaten die diskussion in den zeitschriften und magazinen dieser erde. in greifswald zum beispiel gingen am 02. februar knapp 300 menschen auf die straße, um gegen die errichtung eines kohlekraftwerkes in dem nahe gelegenden lubmin zu demonstrieren bzw. bei karibischen temperaturen zu flanieren.

überall gründen sich gruppen, die sich dem klimawandel entgegen stellen und sich für eine starke umweltbewegung starkmachen wollen. berlin verteilt co2-plaketten, die die einfahrt für bestimmte dreckschleudern verhindern soll. regenerative energiequellen bieten schon länger die möglichkeit das schlechte gewissen zu beruhigen.

# but what´s going wrong?

doch irgendetwas läuft hier falsch. die industrielle revolution veränderte europa und die welt nachhaltig. kohle und stahl waren bis in die 1970er der wirtschaftsfaktor nummer eins und wurden von der hochtechnologie abgelöst. europa und später dazukommend die usa und china produzieren und produzieren, was es auch nur herzustellen ging. alles unter dem diktat des ewigen fortschrittes und dem dazu gehörenden wohlstand bzw. wohlstandsglauben. „die moderne“ koppelte sich an den entstehenden fortschrittsglauben und setzte diesen als mythos ein, durch den sie sich dann selbst wieder legitimierte. der gedanke an die natur bzw. an die umwelt wurden zweitrangig, da dieser dem fortschritt der moderne den weg versperrte. dafür trat jedoch die entwurzelung bzw. entfremdung des menschen ein – die arbeitsteilung war durch die neolithische revolution eingeführt und durch den rousseauschen gesellschaftsvertrag zementiert worden. die gesellschaft ersetzte das gefühlte – die „einheit“ mit der natur. was blieb war das heilsversprechen des wohlstandes, gepaart an den mythos des fortschrittes und der moderne. verloren und verlassen stand sie da, die natur/umwelt.

# to point out, …

die frage danach, warum gerade jetzt die umweltthematik eine ganz zentrale ist, kann vielleicht damit beantwortet werden, dass die natur „zurückschlägt“ bzw. die jahrhundertalten auswirkungen des fortschrittes nun ihre krallen zeigen. eine gesellschaft, die sich über sich selbst erhebt (und nach kant aus der selbstverschuldeten unmündigkeit führt) wird sich an der fähigkeit messen lassen müssen, ob und wie es möglich ist, die entfremdungsprozesse umzukehren und den mythos des fortschritts kritisch zu hinterfragen.

co2-handel und vorschnelle gesetze werden die diskrepanz zwischen realität und vision (umkehr des klimawandels) nicht verringern. was helfen könnte, wäre ein diskurs über den fetischismus der dinge und eine kritische analyse der gesellschaft mit all ihren entfremdungsprozessen. die aufklärung der aufklärung könnte und kann der schlüssel dafür sein.

# song

folgendes liedchen von bernadette la hengst – der grüne halsbandsittich paßt, wie die kohle im ofen, zu der thematik:





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